Zuerst unser herzlicher Dank an alle Menschen, die im vergangenen Jahr unsere Arbeit für Äthiopien unterstützt haben. Besonderer Dank gilt den Menschen, die dies schon seit vielen Jahren regelmäßig für die Kinder und Bedürftigen in Äthiopien tun. Am Erntedanksonntag wurden drei unserer Mitglieder des Äthiopien Arbeitskreises verabschiedet. An Ernst und Ruth Leister sowie Ulla Störing auch von unserer Seite herzlichen Dank für die jahrelange Arbeit zum Wohl der Menschen in Äthiopien.
Doch jetzt möchte ich über unser Engagement in Äthiopien berichten. In der dazu gehörenden Tabelle am Ende des Beitrags sind die Projekte, die Projektpartner, Art und Umfang der Unterstützung und auch die bisher geleistete Hilfe zu sehen. In 2025 haben wir die Projekte bis heute mit 43.200 € unterstützt. Das haben wir Ihnen und Ihren Spenden aus diesem und den vergangenen Jahren zu verdanken.
PLDA Organisation:
- 22.500 € für das über 4 Jahre geplante „Single Mother Projects“, einem Programm, mit dem die Organisation ermöglicht, alleinstehenden Müttern mit ihren Kindern eine Existenz aufzubauen.
- 3.200 € Schulmaterial für Straßenkinder und Kriegswaisen Hundee Guddinaa Schule in Ambo:
- 3.500 € für die Reparatur an Schulgebäuden, die durch Termitenfraß beschädigt wurden und die Zahlung der Gehälter für den Ferienmonat August 2025
Moroda Mosa Schule in Tokke Jawi:
- 6.200 € für die bereits von Susan Durst im Frühjahrs-Gemeindebrief erwähnte Schulspeisung.
- 11.000 € für den ersten Bauabschnitt einer 8 km langen Schotterstraße. Bei diesem Abschnitt wurde lediglich ein Weg in das Gelände planiert. Die sachgerechte Fertigstellung der Schotterstraße ist Aufgabe der staatlichen Straßenbaubehörde. Die geschätzten Gesamtkosten einer solchen Straße liegen über 100.000 € und können und dürfen nicht aus Ihren Spenden bezahlt werden.
Wie sieht unsere weitere Unterstützung für die drei Projekte aus?
PLDA Organisation:
- Weitere Unterstützung der Straßenkinder und Kriegswaisen
- Für das „Mother Project“ fallen eventuell Mehrkosten durch den Währungsverfall und dadurch gestiegene Kosten an (siehe Grafik zum Wechselkurs).
Ermiyas Tesfaye, der Leiter der Organisation, hat uns um Mithilfe bei einem Gesundheitsprojekt gebeten, bei dem für ca. 6.000 Schulmädchen aus Ambo und der ländlichen Umgebung sogenannte „Reusable Sanitary Pads“ hergestellt und den Mädchen zu Verfügung gestellt werden.
Schule Hundee Guddinaa in Ambo:
- Fortführung der Unterstützung beim Schulgeld und bei den Gehältern
Durch drastisch gestiegene Lebenshaltungskosten und die Abwertung des Geldes müssen die Gehälter der Lehrkräfte und Angestellten erhöht werden. Laut der letzten uns vorliegenden Aufstellung erhalten die Menschen zwischen 13 € und 35 € pro Monat! Hier muss etwas getan werden!
Die Ausstattung mit Laptops muss erneuert werden. Die im Jahr 2013 von uns zur Verfügung gestellten Laptops entsprechen nicht mehr den heutigen Bedingungen (Betriebssystem ist noch Windows XP oder Windows 7) und sind auch von ihrer Hardware her veraltet. Die über 17 Jahre alten Gebäude müssen instand gesetzt werden.
Moroda Mosa Schule in Tokke Jawii:
- Gebäude müssen erneuert werden. Für die Klassenstufen 9 und 10 müssen neue Gebäude errichtet werden.
- Die Schule solle an eine Wasserquelle angeschlossen werden.
- Die PV-Anlage zur Stromerzeugung muss erweitert werden, damit die neuen Gebäude und die Wasserversorgung mit elektrischer Energie betrieben werden können.
Um bei allen diesen Aufgaben zu unterstützen, können wir auf Rücklagen aus Ihren gespendeten Geldern zurückgreifen. Auch haben wir eine Zuwendung aus einer Erbschaft erhalten. Dennoch sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Zusammen mit Mitgliedern aus dem Kirchenvorstand müssen wir bei der Unterstützung Prioritäten setzen.
Auch Sie können bei den Zuwendungen festlegen, welches Projekt Sie favorisieren, indem Sie beim Stichwort „Äthiopien“ einen Zusatz angeben. „PLDA“ für die Arbeit von Practical Live Development oder „HG“ für die Aufgaben an der Schule Hundee Guddinaa oder „Tokke“ für die Aufgaben an der Moroda Mosa Schule.
Zum Schluss noch einige Anmerkungen zu der Situation in Äthiopien:
Für viele junge äthiopische Familien und Alleinerziehende ist die Situation aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Abwertung der Währung äußerst prekär. Um überhaupt zu überleben, versuchen junge Frauen als Hausmädchen in den arabischen Staaten zu arbeiten und das Geld zu ihren Ehemännern und Kindern nach Äthiopien zu schicken. Bei den reichen Familien in den arabischen Staaten werden die jungen Frauen oft wie Sklaven gehalten und ausgenutzt. Wer sich das Flugticket nicht leisten kann, muss nach anderen Wegen suchen und für Frauen gibt es nur wenige Möglichkeiten. Hier hat die PLDA Gruppe mit ihrem „Mother Projekt“ und auch mit dem „Re-usable Sanitary Pad“ Projekt Möglichkeiten für einen Verdienst dieser Frauen durch sinn- und würdevolle Arbeit geschaffen.